"Die Tätigkeit der Klinischen Neuropsychologie zielt darauf ab, Veränderungen in der kognitiven und effektiven Funktionsweise des Individuums festzustellen und wie diese mit dem Nervensystem im Allgemeinen und dem Gehirn im Besonderen zusammenhängen. Die Praxis der Klinischen Neuropsychologie basiert im Wesentlichen auf der Untersuchung und systematischen Bewertung mit Hilfe von psychologischen und neuropsychologischen Bewertungsinstrumenten sowie anderen Informationsquellen. Eine auf diese Weise erstellte klinische Fallformulierung wird sowohl für diagnostische als auch für prognostische Zwecke verwendet, die zu Folgendem beitragen (1) Planung, (2) Durchführung und (3) Bewertung der neuropsychologischen Intervention.
Ein Klinischer Neuropsychologe stützt sich auf wissenschaftliches und technisches Wissen, das den geschickten Einsatz von klinischen Interviewtechniken und standardisierten Instrumenten umfasst. Die Praxis der Klinischen Neuropsychologie erfordert mindestens: formale Kenntnisse der Psychometrie, der Psychopathologie, der neurobiologischen Korrelate normaler und abnormaler kognitiver Funktionen und der affektiven Stimmung. Es wird berücksichtigt, wie sich diese Phänomene in verschiedenen Entwicklungsstadien und im Kontext des Einzelnen, der Familie und der Gesellschaft äußern. Die Klinischen Neuropsycholog/innen wendet im Kontext normaler Funktionsweisen sowie erworbener und entwicklungsbedingter Hirnschädigungen diese Fähigkeiten auf die individuellen Bedürfnisse an, um Einzel- und Gruppeninterventionen zu verstehen und umzusetzen. Dies kann Verhaltensmanagement oder -modifikation, Psychoedukation und psychologische Unterstützung sowie die Durchführung von Programmen zur Stimulation, Aufrechterhaltung oder Rehabilitation neuropsychologischer Funktionen umfassen."
Auszug aus der Europäischen Definition der Klinischen Neuropsychologie
(Angenommen am 11. Oktober 2018 vom Ausschuss für Klinische Neuropsychologie) zu finden unter http://clinneuropsy.efpa.eu/